Dienstag, 17. Januar 2017

Qi Gong





Sie wirken auf ganz verschiedenen Ebenen. Die Übungen dienen zum Wiedererlangen der Beweglichkeit und zur Konditionierung. Wie bei allen körperlichen Übungen in einem gewissen Ausmaß steigert es die Konzentration und Denkfähigkeit. Durch das Bewusst werden des natürlichen Atmen in Verbindung zu den einzelnen Übungen erfährt man Stärkung, Ruhe, Ausgeglichenheit. Qigong-Übungen sind leicht zu erlernen, unabhängig vom Alter oder körperlicher Verfassung. Sie sind langsam, entspannend und energetisierend.

Nach wie vor verstecken sich hinter einem Qi Gong verschiedene Bewegungsformen mit unterschiedlichsten Titeln wie der Fliegende Kranich, Meditationen vom Berg Wudang, die Acht Brokate, 18er Bewegungen, die fünf Elemente, die Spiel der fünf Tiere usw. Alle diese Formen stehen nebeneinander und sind in sich durchdacht. Die Gemeinsamkeit findet sich in folgenden Schlüsselpunkten Natürlichkeit, Entspannung, Ruhe, Vorstellungskraft und Atmung. Diese Verbindung stärkt den Organismus und die körpereigene Abwehrkraft. Die Übungen wirken regulierend auf sämtliche Organe und auf den Stoffwechsel und unterstützen die Funktionen von Verdauungs-, Herz-Kreislauf-, und Nervensystem. Somit ist Qi Gong bei allen chronischen und orthopädischen Erkrankungen und zur allgemeinen Gesundheitspflege zu empfehlen.


Geschichte

Das Qi Gong ist ein Begriff, der erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts unter dem Arzt Liu Guizhen für Gesundheitsübungen verwendet wurde. Das Qi (tchi) hat mehrere Bedeutungen. Es steht für die vitale Kraft des Körpers, der Atem, die Energie. „Gong“ bedeutet „Arbeit“, „Fähigkeit“ oder „Können“. Qigong Yangsheng bedeutet somit im übertragenen Sinne - Üben der Lebenskraft zur Pflege der Gesundheit.
Die älteste Hinweise auf Gesundheitsübungen in China tauchen in dem ältesten medizinischen Werk, das Huangdi Neijing auf. Über die Jahrtausende entwickelten sich viele überlieferte Körper- und Geistübungen, wie die auf den Archäologischen Fund der zwölf Nephritplättchen notierten "Jadeinschrift über das Führen des Qi" aus dem 5.-3.- Jhd. v. Chr.. Seit dem 14. Jahrhundert waren Qi-Übungen ein Bestandteil des therapeutischen Spektrums zur Behandlung von Krankheiten.
Die Entwicklung des Qigong stand in engem Zusammenhang mit den frühen philosophisch-religiösen Traditionen in China. Es war verbunden mit Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus.
Daher war ein radikales Verbot in der Zeit der Kulturrevolution in China nicht verwunderlich. Es erfolgte für das Qi Gong eine Zertifizierung der Formen, so enstanden neue Formen wie das Shibashi(18er Bewegung) unter Prof. Lin Housheng Ende der 70er Jahre oder unter Prof. Zhan Guangde das Daoyin Yangsheng Gong, auch die acht Brokate wurde neu inszeniert.

In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden spezielle Departements zur Forschung, Lehre und Behandlung mit Qigong an den Hochschulen für Traditionelle Chinesische Medizin in Shanghai, Beijing und Nanjing eingerichtet.